Geschichte der Ortsteile

Hier finden Sie ein paar geschichtliche Daten zu den einzelnen Ortsteilen von Ludwigsstadt.

Ebersdorf wurde erstmals in einer Urkunde des Grafen Sigmund von Orlamünde im Jahre 1412 erwähnt. In älterer Literatur wird ein 1222 erwähntes „Ebersbach“ mit Ebersdorf in Verbindung gebracht.

Dieses „Ebersbach“ hat mit Ebersdorf nichts tun. Es handelt sich dabei um eine bei Steinbach am Wald gelegene Wüstung (untergegangener Ort).

Ebersdorf gehörte ursprünglich zum Sprengel der Pfarrei Ludwigsstadt. 1548 wurde es von Christoph von Thüna aus diesem Pfarrverband herausgelöst und als „Filialdorf“ zur Pfarrei Lauenstein geschlagen, bei der es bis 1868 blieb. Ab diesem Jahr war Ebersdorf selbstständiges Vikariat bis es 1909 zur Pfarrei erhoben wurde.

Im 30-jährigen Krieg – 1634 – ist der Ort ebenso wie Steinbach an der Haide und Lauenstein von den kaiserlichen Truppen abgebrannt worden. Die geschichtliche Entwicklung ist mit der der Herrschaft und des Amtes Lauenstein identisch.

1787 hatte Ebersdorf in 66 Häusern 395 Einwohner, nämlich: „83 Männer, 86 Weiber, 196 Kinder, 30 Dienstboten“. Wirtschaftlich war der Ort von der Landwirtschaft geprägt. Im Weiler Katzwich befand sich in der zweiten Hälfte des 18. und im 19. Jahrhundert zuerst ein Vitriolwerk und später eine Löffelschmiede.

Vom 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts spielte die Schiefergewinnung und Verarbeitung in Ebersdorf eine große Rolle. Nach Lauenstein und Ludwigsstadt war es im 19. Jahrhundert einer der großen Tafelmacherorte. Die Produktion von technischen Schiefern (Elektroschiefer) wurde bis 1945 betrieben. Schiefergriffel wurden die noch bis in die Mitte der 1950er Jahre hergestellt.

Das Angerdorf Ebersdorf im Tal der Taugwitz liegt an der Thüringisch-fränkischen Schieferstraße. Das Ortsbild wird auch heute noch von einer außergewöhnlichen Vielfalt handwerklich und kulturhistorisch interessanter Schieferfassaden geprägt.

Lauenhain, ein typisches Anger- und Waldhufendorf, wurde 1414 erstmals in der Erbteilungsurkunde der Grafen von Orlamünde erwähnt.

Der Ort ist mit seinem Ortsteil Ziegelhütte unmittelbar am Rennsteig, den Kammweg des Thüringer Waldes gelegen, der in der Gemeindeflur die Wasserscheide zwischen Elbe und Rhein bildet.

Von der Lauenhainer Höhe aus hat man einen umfassenden Rundblick z.B. bis zum Staffelberg im Obermaintal.

Der Ort war jahrhundertelang land- und forstwirtschaftlich geprägt. Oberhalb des Dorfes befand sich eine der wenigen Ziegelhütten im Schiefergebirge.

Ansonsten ist die Geschichte Lauenhains mit der der Herrschaft und des Amtes Lauenstein identisch.

1787 hatte Lauenhain in 33 Häusern 180 Einwohner („39 Männer, 43 Weiber, 85 Kinder und 13 Dienstboten“)

Seit 1999 hat Lauenhain ein neues markantes Wahrzeichen. Die Windkraftanlage der Windenergie Lauenhain GmbH dreht in der Nähe der Ziegelhütte ihre Runden und ist aus großer Entfernung zu erkennen.

Das Gebiet der ehemaligen Herrschaft Lauenstein war seit seiner Besiedlung Grenzland.

Im Süden der Herrschaft, im Kammbereich des Schiefergebirges, berührten sich der fränkische Radenzgau und der thüringische Orlagau, also das Bistum Bamberg und das zum Erzbistum Mainz gehörende Archidiakonat Erfurt. Die Herrschaft Lauenstein gehörte seit ihrer Besiedlung zum Orlagau und somit zum Bistum Mainz.

Das Land um Saalfeld mit der fruchtbaren Orlasenke war zu Beginn des 11. Jahrhunderts hauptsächlich von Slawen besiedelt. Die eindringenden deutschen Siedler vermischten sich mit der slawischen Bevölkerung. Nach der Gründung des Benediktinerklosters Saalfeld waren die beiden Volksstämme an der Rodung und Besiedlung des Schiefergebirges beteiligt. Zahlreiche Orts- Flur- und Flußnamen deuten heute noch auf slawischen Einfluß hin.

Das Dorf Lauenstein ist die älteste Ortsgründung im Bereich der heutigen Großgemeinde Ludwigsstadt. Über dem wohl schon bald nach der Klostergründung in Saalfeld 1071 entstehenden Ort, der im Bereich des heutigen „unteren Dorfes“ zu suchen ist, wurde wohl in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Burg Lauenstein von den Herren von Könitz errichtet. Das Rodungsgebiet der Herrschaft Lauenstein lag im Einflußbereich des Benediktinerklosters Saalfeld. Burg und Herrschaft Lauenstein sind ursprünglich als ein Lehen dieses Klosters anzusehen.

Kirchlich gehörte Lauenstein ebenso in den Einflußbereich des Benediktinerklosters Saalfeld, daß eine Gründung des Erzbistums Köln im Gebiet der Diözese Mainz war. 1125 wurde es unter den Schutz des Mainzer Erzbischofs gestellt. Bis zur Einführung der Reformation 1525 gehörten die Kirchen der Herrschaft Lauenstein zum Bistum Mainz. Lauenstein war über Jahrhunderte Sitz der Herrschaft und des gleichnamigen Amtes.

Die Grenze des Amtes Lauenstein wurde in einer topographischen Beschreibung aus dem Jahre 1790 folgendermaßen beschrieben: „Es gränze dieselbe gegen Morgen (Osten) – an das Saalfeldische Amt und die Probstey Zella, besonders Geschwende (Großgeschwenda), Lichtentanna, Schmidebach und Lehesten – gegen Mittag (Süden) -. an das Bambergische Oberamt und Stätgen Teuschnitz – gegen Abend (Westen) an das Sachsen-Meinungische (Sachsen Meiningen), insbesonderheit an Heinersdorf, Judenbach und den Sattel, einem Meinungischen, mit einer kleinen Garnison besetzten Paß im Thüringer Walde – endlich gegen Mitternacht (Norden) an das Saalfeldische Städtgen und Amt Gräfenthal und die Probstey Zella“.

„Zum Amt Lauenstein gehörten 1787 das Pfarrdorf Lauenstein, der Marktflecken Ludwigsstadt, das Dorf Lauenhayn, das Dorf Ottendorf, das Dorf Steinbach an der Haide, das Dorf Ebersdorf, das Pfarrdorf Langenau, das Dorf Tettau, der Weiler Kleintettau, die Alexanders Glasfabrik unter Tettau, der Weiler Springelhof, der Weiler Thünahof, die Fischbachsmühle, das Eisenhammerwerk am Falkenstein, das Blaufarbenwerk und die Eisenfabrik Schauberg, der Weiler Sattelgrund und der Schieferbruch nahe Ludwigsstadt, welcher eine reichliche Ausbeute gibt“.

Die Ortschaften des Amtes zählten zusammen 456 Häuser und 2619 Einwohner.

Das Dorf Lauenstein selbst hatte 1787 in 51 Häusern 289 Einwohner, die sich aufgliederten in: „66 Männer, 71 Weiber, 141 Kinder und 11 Gesellen, Knechte und Mägde“. Der Ortsteil Springelhof beherbergte in 7 Häusern 44 Einwohner („11 Männer, 7 Weiber, 23 Kinder und 3 Dienstboten“).

Das Dorf Lauenstein teilte im großen und Ganzen die Geschichte Ludwigsstadts. Der Ort war landwirtschaftlich geprägt, zog jedoch seine Haupterwerbsquelle jahrhundertelang aus Lohnarbeit für die Montanindustrie des Loquitztales. Mit dem Niedergang der metallverarbeitenden Industrie ab 1830 verarmte die Bevölkerung zusehend. Die aufblühende Schieferindustrie und hier besonders das Schiefertafelmachergewerbe bot neuen, wenn auch äußerst kärglichen Verdienst. Lauenstein entwickelte sich zum bedeutendsten Tafelmacherort in Schiefergebirge und Frankenwald. Erst nach dem Bau der Eisenbahnstrecke (1883 – 1885) begann ein gewisser wirtschaftlicher Aufschwung, der sich mit dem beginnenden Fremdenverkehr auf Burg Lauenstein und im Falkenstein gegen Ende des 19. Jahrhunderts stabilisierte.

Lauenstein entwickelte sich ab 1898 zum Fremdenverkehrsort. Der 2. Weltkrieg und die daraus resultierende Teilung Deutschland setzte einer positiven Entwicklung eine jähes Ende.

Nach Kriegsende brach für den Ort eine sehr schwere Zeit an. Abgeschnitten von allen privaten und wirtschaftlichen Beziehungen, die sich ausschließlich nach Thüringen orientierten, sah man keiner rosigen Zukunft entgegen. Die Grenzziehung machte sich auch auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs negativ bemerkbar. Nur sehr schwer brachte man diesen wieder „in Schwung“. Die Errichtung des Aussichtsturmes „Thüringer Warte“ war ein Markstein in den Bemühungen der Gemeinde neben der Burg Lauenstein weitere Attraktionen zu schaffen.

Im Jahre 1978 wurde Lauenstein in die Stadt Ludwigsstadt eingemeindet.

Die Stadt Ludwigsstadt liegt im Tal der Loquitz, einem linken Nebenfluß der Saale. Ihre südliche Gemarkungsgrenze überspringt teilweise den Kamm des Gebirges, der hier die Wasserscheide zwischen Main/Rhein und Saale/Elbe bildet.

Geographisch liegt die Großgemeinde Ludwigsstadt im Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirge, touristisch im Naturpark Frankenwald in einer Höhenlage von 350m (Falkenstein) bis ca. 730m (bei Lauenhain).

Ludwigsstadt wurde erstmals am 24. Juni 1269 urkundlich als „Ludewichsdorf“ erwähnt. Die in lateinischer Sprache verfaßte Urkunde belegt unter anderem auch, daß ein Vogt „Ludwig, Vogt von Ludewichsdorf“ seinen Sitz hier hatte. Historiker vermuten, daß der Ort seinen Namen eben diesen Vogt „Ludwig“ verdankt; sicher ist dies aber nicht.

Die Gründung der heutigen Stadt Ludwigsstadt und seiner Ortsteile Ebersdorf, Lauenstein, Lauenhain, Ottendorf und Steinbach an der Haide fällt in die Zeit des ausgehenden 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts.

Nachdem 1056 die zeitweise im Saalfelder Exil lebende polnische Königin Richeza (eine Tochter des Pfalzgrafen Ezzo von Lothringen) ihre mitteldeutschen Besitzungen dem Erzstift Köln geschenkt hatte kam es 1071 zur Gründung des Benediktinerklosters Saalfeld. Von diesem Kloster ging in der Folge die Rodung der Urwälder des Schiefergebirges und die Besiedlung dieses Landstriches aus.
Es entstand unter der Führung der Herren von Könitz die Rodungsherrschaft Lauenstein. Nach der Gründung des Dorfes Lauenstein im ausgehenden 11. Jahrhundert errichteten sie um die Mitte des 12. Jahrhunderts die erste Anlage der Burg Lauenstein. Im Zuge der Rodungstätigkeit entstanden nach und nach die Orte der späteren Herrschaften Lauenstein, Gräfenthal und Lichtentanne.

Der Bedeutung des Ortes wurde Rechnung getragen, als Graf Otto von Orlamünde, Herr zu Lauenstein, am 15. August 1377 „Ludwigstorff“ das Marktrecht verlieh und dazu den Ort mit weiteren Rechten ausstatte . Diese Privilegien, erneuerten am 18. April 1490 die Besitzer der Herrschaft Lauenstein, Reichserbküchenmeister Philipp von Seldeneck und Jacob Heimburg und erweiterten sie zum Stadtrecht.

Ab diesem Zeitpunkt wird der Ortsname in den zeitgenössischen Dokumenten „Ludwigstadt, Lutzstadt oder Luderstatt“ geschrieben. Die Urkunde ist betitelt: „der Stadt Ludwigsstadt Privilegia Statuta und Freyheiten, wie solche ihnen von Philipp von Seldeneck, des Heiligen Römischen Reiches Erbküchenmeister, und Jacob Heimburg zu Lauenstein, anno 1490 sind ertheilet worden“.
Die Zugänge zur Stadt waren ursprünglich durch drei Tore gesichert, von denen das letzte 1881 einem Großfeuer zum Opfer fiel. Ansonsten hatte die Stadt keine geschlossene Umwehrung.

Neben der Kirche – im Mittelpunkt des Ortes – befand sich der geräumige Gemeindekeller, in dem die Bürger ihr selbstgebrautes Bier lagern durften. Auf dem Keller errichtete der Rat auf Geheiß Jacob Heimburgs eine Stadtburg „weil sonst keine Befestigung zur Wehr dienend um den Marktflecken Ludwigstadt sei, damit man in Anstößen und Kriegsläuften dahin Flucht, Rettung und Aufenthalt nehmen und Gegenwehr tun könne und bei gewaltsamen Einfällen Sicherheit haben möge“. Später wurde diese Stadtburg als Schule eingerichtet (jetzt evang. Gemeindehaus).

Die Grafen von Orlamünde (altes thüringisches Herrschergeschlecht) waren bis 1427 als Besitzer und bis 1430 als Lehensherren des Markgrafen von Brandenburg auf Burg und Herrschaft Lauenstein zu der Ludwigsstadt gehörte. Nach dem Verkauf der Herrschaft an die thüringischen Grafen von Gleichen (1430) wechselnden die Besitzer häufig.

Als 1525 der Bauernaufstand losbrach, wiegeln die Ludwigsstädter die übrigen Ortschaften der Herrschaft: Ottendorf, Lauenhain, Ebersdorf, Lauenstein, Steinbach an der Haide und Tettau gegen ihren Herrn Friedrich von Thüna auf. Sie zogen vor das Schloß Lauenstein und überbrachten dem thüna’schen Vogt mündlich ihre Beschwerden und Forderungen. Dieser forderte sie auf ihre Anliegen schriftlich einzureichen, was dann auch geschah. Am 25. April überreichten Rat und Gemeinde zu Ludwigsstadt Friedrich von Thüna schriftlich ihre Beschwerden und wiesen dabei auf viele Mißstände in der Herrschaft hin (u. a. zu hohe Abgaben und Steuern, die zum Teil gewaltsam eingetrieben wurden, wegen der Jagd und wegen der Waldbewirtschaftung).

Der Aufstand endete unblutig. Die Strafen waren aber dennoch hart. Neben der Verhängung empfindlicher Geldstrafen für die Bürger verlor Ludwigsstadt seine Privilegien (Stadt- und Marktrechte).

Fast 400 Jahre lang versuchte Ludwigsstadt seine alten Rechte wieder zu erlangen. 1540 wurden die alten Privilegien abgeschrieben und neu ausgefertigt. Aber erst 1551 ließ Christoph von Thüna der Ältere sie den Bürgern Ludwigsstadts wieder zustellen. Weil diese jedoch mit den bisherigen nicht vollständig übereinstimmen nahm der Rat dieselben nicht an. Erst 1579 wurde erneut eine Abschrift zur Bestätigung an die kaiserliche Kanzlei in Prag gesandt, wofür die Ludwigsstädter 20 Taler überwiesen. Da sie aber weitere 22 Goldgulden für die Auslösung bei der kaiserlichen Kanzlei nicht bezahlten, verlief die Sache im Sande.

1659 und 1717 gaben die Markgrafen von Brandenburg Bayreuth Ludwigsstadt die Marktrechte teilweise zurück. Das Stadtrecht selbst erlangte Ludwigsstadt erst wieder im Jahre 1953 (Urkunde des Bayerischen Innenministeriums vom 30. September 1953).

Schon seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert war die Montanindustrie für Ludwigsstadt und das obere Loquitztal ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. War die Herrschaft ursprünglich landwirtschaftlich geprägt, änderte sich dies nach 1470 mit der Errichtung von Eisenhammerwerken und einer Saigerhütte (Kupferschmelzhütte) unterhalb Ludwigsstadts. Diese Hütte, 1486 erstmals erwähnt, betrieben Nürnberger und zeitweise Leipziger Kaufleute. Sie entwickelte sich schnell zu einer der bedeutenden Saigerhütten im Thüringer Wald. Verhüttet wurde „Schwarzkupfer“ aus dem Mansfeld – Eislebener Kupferschieferbergbaugebiet. Es bestanden Handelsverbindungen über ganz Europa. Von 1583 – 1619 waren die benachbarten Saigerhütten Gräfenthal und Ludwigsstadt unter der Bezeichnung „Gräfenthalische Gesellschaft“ zusammengeschlossen. Betreiber waren Nürnberger Kaufleute. Von 1619 bis zu ihrer kriegsbedingten Einstellung 1631 war die Saigerhütte im Besitz der Stadt Leipzig.

Neben diesem Großbetrieb spielten über Jahrhunderte mehrere Eisenhämmer und ein Kupferhammer eine große wirtschaftliche Rolle in Herrschaft und Amt Lauenstein. Daneben entstanden im 16. Jahrhundert eine Reihe von Mahl, Schneid und Ölmühlen um Ludwigsstadt. 1529 privilegiert Friedrich von Thüna für das Tuchmacherhandwerk die Errichtung einer „Walkmühle in der Au“.

In der aufstrebenden Bürgerschaft bilden sich nach und nach verschiedene Institutionen heraus. So wurde 1612 die Schützengesellschaft Ludwigsstadt erstmals schriftlich erwähnt.

Der 30jährige Krieg brachte die positive wirtschaftliche Entwicklung zum Stillstand. Ab 1632 brach der Krieg mit all seinen Grausamkeiten auch über das Amt Lauenstein herein. In diesem Jahr fielen erstmals die kaiserlichen Kronacher mit Raub und Plünderung über Ludwigsstadt und seine Nachbarorte her. In den benachbarten sächsischen Landen lagerten 11.000 Mann schwedische Völker die „die ganze Gegend ruinierten und bis aufs letzte aussaugten, so daß die Menschen fast nichts mehr zu ihrem eigenen Bedürfnis hatten“.

Plünderungen in den Jahren 1633/34 durch die kaiserlichen Kronacher waren an der Tagesordnung. Viele Einwohner wurden dabei ermordet. Eine Belagerung der Burg Lauenstein durch kaiserliches Kriegsvolk mußte unverrichteter Dinge abgebrochen werden, da die Burg in sehr gutem Verteidigungszustand war. Dafür wurden aber umliegenden Ortschaften geplündert und gebrandschatzt.

Das Jahr 1634 war das schlimmste des ganzen Krieges. Zu all den Schrecken kam die Pest. In Ludwigsstadt, Lauenstein, Ebersdorf, Lauenhain, Ottendorf und Steinbach a. der Haide starben in diesem Jahr 573 Menschen, mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Bis zum Ende des schrecklichen Krieges kam es noch häufiger zu Plünderungen, Belagerungen und zu Truppendurchzügen.

Es dauerte viele Jahrzehnte bis sich das Land von dieser Katastrophe wieder einigermaßen erholte.

Die Ritter von Thüna verkauften 1622 Herrschaft und Burg Lauenstein an Markgraf Christian von Brandenburg – Bayreuth.

Seitdem war Ludwigsstadt Bestandteil des „Markgräflich Brandenburg- Bayreuthischen Kastenamtes Lauenstein“.

1787 zählte Ludwigsstadt 114 Häuser. Die Bevölkerung umfaßte 660 Einwohner, davon 133 Männer, 141 Frauen, 256 Kinder sowie 60 Gesellen und Mägde.

Sie teilten sich auf in: 107 Handwerker, 15 Bauern, 11 Tagelöhner.

Der Viehbestand betrug zu jener Zeit: 4 Pferde, 99 Ochsen, 42 Stiere, 113 Kühe, 47 Kälber, 207 Schafe und 143 Schweine.

Nach der Abdankung des Markgrafen Alexander von Ansbach – Bayreuth fiel Ludwigsstadt 1792 mit dem Amt Lauenstein an das Königreich Preußen. 1803 kam es durch einen Grenz- und Landestauschvertrag (30. Juni 1803) zwischen Preußen und Bayern zum Kurfürstentum Bayern. 1806 war das Landgericht Lauenstein nach Ludwigsstadt verlegt worden, aber erst 1837 wurde der Name der Behörde in Landgericht Ludwigsstadt geändert.

Auf Grund eines königlich bayerischen Befehls wird Ludwigsstadt seit 1837 mit ss geschrieben. (Ludwigsstadt)

Mit dem beginnenden Niedergang der metallverarbeitenden Industrie im Loquitztal ab ca. 1830 gewann der Schieferbergbau und die Schiefertafelproduktion zunehmend an Bedeutung. Ludwigsstadt und seine Umgebung wurden in den folgenden Jahrzehnten zu einem bedeutenden Zentrum der Schiefertafelindustrie in Deutschland.

Der Bau der Eisenbahnlinie über Frankenwald und Schiefergebirge und der damit verbundene Anschluß an das deutsche Eisenbahnnetz von 1883 bis 1885 förderte den wirtschaftlichen Aufschwung der gesamten Region. Die neue Eisenbahnlinie wurde schon bald zu einer der wichtigen Nord- Süd Verbindungen.

Der Ortsteil Thünahof (mundartlich „Schofig“) leitet seinen Namen von dem Geschlecht der Ritter von Thüna ab. Diese besaßen hier ein herrschaftliches Vorwerk. Der ursprüngliche „Schafhof“ entstand vermutlich schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Nach dem Verkauf 1712 teilte man den herrschaftliche Hof und bildete sieben Bauernhöfe daraus.

Der Ortsteil Ottendorf entstand vermutlich schon in der Zeit der ersten Rodungsperiode im 12. Jahrhundert. Der Ort gehörte kirchlich zu Ludwigsstadt. 1412 erhielt er neben Ludwigsstadt, Lauenstein und Ebersdorf das Braurecht verliehen.

Am 1. April 1938 wurde Ottendorf mit einer Fläche von 422 ha und 231 Einwohnern nach Ludwigsstadt eingemeindet.

Der Ortsteil Neuhüttendorf bezeichnet die langgestreckte Siedlung zwischen Ludwigsstadt und Lauenstein entlang der Loquitz. Es ist geteilt in Unter- und Oberneuhüttendorf, ersteres gehört zur Gemarkung Lauenstein, letzteres zur Gemarkung Ludwigsstadt. Der Ortsteil hat seinen Namen von dem im 15. Jahrhundert hier neu entstandenen Industriestandort mit Hammerwerken und Schmelzhütten.

Im 16. Jahrhundert waren hier ein Eisenhammer, der Großbetrieb Saigerhütte, ein Kupferhammer und vier Mühlen in Betrieb.

Bis zum 2. Weltkrieg dominierte auf industriellen Gebiet die Schiefer- bzw. Schiefertafelproduktion. Nebenher bestand ein breitgefächertes Kleingewerbe.

Heute haben Holzverarbeitung, Nahrungsmittelbetriebe, Drahtgewebeherstellung, chemisch-kosmetische Produktion, Brauerei, Werkzeug- und Formenbaubetriebe, Metallverarbeitung, Herstellung von medizinischen Geräten, Energieversorgung, Glas- und Porzellanindustrie und nicht zuletzt auch der Fremdenverkehr eine gesunde wirtschaftliche Struktur im Ludwigsstadt-Tettauer Raum geschaffen.

Ludwigsstadt selbst wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform als Unterzentrum ausgewiesen. Seit 1978 bildet es mit den Nachbargemeinden Ebersdorf, Lauenstein, Lauenhain und Steinbach an der Haide die Großgemeinde Ludwigsstadt mit einer Fläche von ca. 5600 ha und rund 4100 Einwohnern.

Der Ort wurde im Zuge der Rodung und Besiedlung des Schiefergebirges durch das Benediktinerkloster Saalfeld im 12. Jahrh. gegründet. Er gehörte wohl schon ursprünglich zur Herrschaft Lauenstein, war aber lange Zeit an das Kloster Saalfeld verpfändet. Erst 1512 löste Heinrich von Thüna das Pfand wieder ein und brachte Steinbach damit wieder dauerhaft zur Herrschaft Lauenstein.

Jahrzehntelang galt 1481 als das Jahr der ersten urkundlichen Nennung, die 1981 anlässlich der 500 Wiederkehr gebührend gefeiert wurde. Nach der Grenzöffnung 1989 konnten gleich zwei ältere Dokumente, im Staatsarchiv Rudolstadt und im Stadtarchiv Saalfeld aufgefunden werden. 1417 wurde in einer Urkunde der Grafen von Schwarzburg „Steinbach“ – so wie man es heute schreibt – genannt. Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts findet man den Ortsnamen häufiger (Sawsteinbach = Sausteinbach) geschrieben.

Ein in Steinbach gelegenes Rittergut zu dem der Gutshof und etwa ein Viertel des Dorfes gehörte war ursprünglich im Besitz der Herren von Steinbach, die sich nach dem Ort benannt hatten. Ab 1530 kam das Gut in den Besitz derer von Dobeneck. Christoph von Thüna kaufte 1556 das Rittergut und verwandelte es in ein zur Burg Lauenstein gehöriges herrschaftliches Vorwerk.

Es wurde nun von sogen. „Halbbauern“ bewirtschaftet und immer auf drei Jahre verpachtet. 1712 verkaufte es die markgräfliche Kammer in Privathand.
Die 18 Käufer gründeten auf dem Besitz eine Gemeinschaftsschäferei die noch heute als Hofholzgenossenschaft besteht.

Steinbach an der Haide teilt seit Beginn des 16. Jahrhunderts die Geschicke der Herrschaft und des Amtes Lauenstein.

Interessant ist, dass Steinbach kirchlich nicht zur Kirchenverwaltung der Herrschaft und des Amtes Lauenstein gehörte. Bis zur Einführung der Reformation in Probstzella 1527 war es dieser Pfarrei angegliedert. Nach der Loslösung von Probstzella kam Steinbach 1532 als Filialdorf zur neugegründeten (ausländischen) Pfarrei Großgeschwenda. Der jeweils neuinstallierte Pfarrer von Großgeschwenda musste in Steinbach vor den Amtspersonen des Amtes Lauenstein eine Probepredigt halten. Damit drangen sowohl die Ritter  von Thüna, wie später auch die Markgrafen von Brandenburg Bayreuth auf die Wahrung ihrer Hoheitsrechte.
Erst 1829 wurde Steinbach im Königreich Bayern zum selbstständigen Vikariat und 1888 zur Pfarrei erhoben.

1787 hatte Steinach in 35 Häusern 196 Einwohner. Nämlich „38 Männer, 38 Weiber, 91 Kinder und 29 Knechte und Mägde“

Der Ort war zwar landwirtschaftlich geprägt, bezog aber auch lange Zeit Einkünfte aus industriellem Gewerbe.
Zu Steinbach hörte der 1765 gegründete Eisenhammer Falkenstein, der nach seiner Einstellung 1875 in eine Brauerei und einen weithin bekannten Gastronomiebetrieb umgewandelt wurde. Daneben bestand im 19. und zu Beginn des 20. Jahrh. eine Ziegelei, eine Schiefertafelfabrik, eine Mahlmühle und ein kurzzeitig florierender Schieferbergbau.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrh. und im 20. Jahrhundert machten sich die Steinbacher Bauern einen Namen mit ihrer sehr erfolgreichen Viehzucht.

Zur Gemeinde Steinbach an der Haide gehören: Der Ort Steinbach, Falkenstein, Steinbachsgrund und die Steinbachsmühle.

In der Neuzeit hat sich der Ortsteil als zweimaliges „Goldenes Dorf“ einen Namen gemacht. 1967 und 1975 wurde der Ort bayerischer Landessieger und anschließend Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. 
Nach dem Sieg 2009 auf Landesebene konnte Steinbach im Bundeswettbewerb 2010 eine Silbermedaille gewinnen.
Somit ist Steinbach an der Haide das bundesweit erfolgreichste Dorf in diesen Wettbewerb.
Seit 1831 ist der Ortsname mit dem Zusatz (an der Haide) belegt.
Heute hat Steinbach an der Haide 170 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten:
Evang. luth. Pfarrkirche St. Elisabeth
Die romanische Kirche in der Mitte des Angerdorfes wurde wohl schon mit der Gründung des Ortes um 1200 errichtet. 
nach einer Beschreibung von 1588 war sie ursprünglich Johannes dem Täufer geweiht, erhielt aber später ein zweites Patrozinium, dass der Hl. Elisabeth, welches sich schließlich auch durchsetzte.
Im 30jährigen Krieg – 1634 – hatten sie plündernde Kronacher stark beschädigt. 1636 – 1639 wurde sie wiederhergestellt und hat, sieht man von Veränderungen der Innenausstattung ab, die Zeiten bis heute nahezu unverändert überdauert.
Die kleine Dorfkirche kann mit einer kunsthistorischen Besonderheit aufwarten. Bei Renovierungsarbeiten hatte man 1964 spätmittelalterliche Wandmalereien aus der Zeit um 1400 freigelegt und konserviert.
Unter anderem sieht man an der linken Chorwand eine Darstellung der Burg Lauenstein aus der Zeit des 15. Jahrhunderts. Bei der Stifterfigur an der rechten Seitenwand des Chores handelt es sich um den Gründer des Klosters Saalfeld, Erzbischof Anno von Köln. Weitere biblische Szenen befinden sich an der Ostwand des Chores und an der linken Ostwand des Langhauses.

Taufstein (1655), (eigentlich aus Holz) Kanzel (1693) und Altar (Anfang 18. Jahrh.) sind weitgehend (in ihrer ursprünglichen Fassung wiederhergestellt) erhalten geblieben.

Der Pflanzgarten
Steinbach an der Haide erhält durch den sogen. Pflanzgarten in der Mitte des Dorfes eine besondere Prägung. Der große Garten auf dem “Anger“ wurde bereits in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts erwähnt (1533). Es diente ursprünglich der Aussaat und aufziehen von Krautpflanzen, die man im Frühjahr in weitem Umkreis, bis nach Thüringen hinein, verkaufte. Die Steinbacher haben deshalb auch im Volksmund den Namen „Krautstemicher“. Dieses „Pflanzbeet”, wie es die Bewohner nennen, ist ein wichtiger Kommunikationsort für die Bevölkerung und ein Schmuckstück des Dorfes. An diesem Gemeinschaftsgarten ist vielen Anwesen ein ausgemarkter Anteil zugewiesen.
(1853 waren es 26 einem Anwesen zugewiesene Parzellen).

Jahrzehntelang galt 1481 als das Jahr der ersten urkundlichen Nennung. Vor kurzer Zeit wurde eine ältere Erwähnung in einem Urkundenbuch des Klosters Paulinzella aufgefunden. 1417 wurde in einer Urkunde der Grafen von Schwarzburg „Sawsteinbach“ (Sausteinbach) genannt. Die schreibweise des Ortsnamens (Sawsteinbach) findet man bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts.

Ein in Steinbach gelegener Rittersitz (Gutshof) gehörte anfangs den Herren von Steinbach, danach denen von Dobeneck, bis Christoph von Thüna dieses Gut 1556 an die Herrschaft Lauenstein brachte. Dieser verwandelte den Rittersitz in ein herrschaftliches Vorwerk. 1712 verkaufte es die markgräfliche Kammer in Privathand.

Auch Steinbach an der Haide teilt seit Beginn des 16. Jahrhunderts die Geschicke der Herrschaft und des Amtes Lauenstein.

Interessant ist, daß Steinbach kirchlich nicht zur Kirchenverwaltung der Herrschaft und des Amtes Lauenstein gehörte. Bis zur Einführung der Reformation in Probstzella 1527 war es dieser Pfarrei angegliedert. Nach der Loslösung von Probstzella kam Steinbach als Filialdorf zur neugegründeten Pfarrei Großgeschwenda. Der jeweils neuinstallierte Pfarrer mußte in Steinbach vor den Amtspersonen des Amtes Lauenstein eine Probepredigt halten.

Erst 1829 wurde Steinbach im Königreich Bayern zum selbstständigen Vikariat und 1888 zur Pfarrei erhoben. 1787 hatte Steinbach in 35 Häusern 196 Einwohner. Nämlich „38 Männer, 38 Weiber, 91 Kinder und 29 Knechte und Mägde“.

Der Ort war zwar landwirtschaftlich geprägt, bezog aber auch lange Zeit Einkünfte aus industriellem Gewerbe.

Zu Steinbach gehörte der 1765 gegründete Eisenhammer Falkenstein, der nach seiner Einstellung in eine Brauerei und in einen weithin bekannten Gastronomiebetrieb umgewandelt wurde. Daneben bestand im 19. und zu Beginn des 20. Jahrh. eine Ziegelei, eine Schiefertafelfabrik, eine Mahlmühle und ein geringer Schieferbergbau.

In der Neuzeit hat sich der Ortsteil als zweimaliges „Goldenes Dorf“ einen Namen gemacht. 1967 und 1975 wurde der Ort Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Beim Landesentscheid des 21. Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ 2002 – 2004 wurde Steinbach an der Haide mit Bronze ausgezeichnet.

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